|
 |
|
|
Drei aus der Düsseldorfer Altstadt:
Hans Müller-Schlösser, Heinrich Spoerl, Paul Henckels
Die drei begnadeten Düsseldorfer Freunde, haben in jungen Jahren zusammen
die Schulbank gedrückt.
|
Hans Müller-Schlösser
geboren 14.06.1884 in Düsseldorf
gestorben 21.03.1956 in Düsseldorf
Besuchte mit Spoerl und Henckels das
Königliche Gymnasium in Düsseldorf, dann kurzfristig
abgebrochene Tätigkeiten als Drogist und in der Kanzlei des
Düsseldorfer Rathauses; danach Lokalreporter und
Gelegenheitsschauspieler; 1945-1948 leitete er das "Kleine"
Theater, das nach der Währungsreform schließen musste;
Zeitungsberichte, Prosa, Gedichte und Schauspiele in Hochdeutsch
und Mundart, vor allem Düsseldorfer Szenerien; sein Stück
"Schneider Wibbel" wurde die meistgespielte deutsche Komödie und
1913 u.a. mit Paul Henckels und Ret Marut alias B. Traven
uraufgeführt.
|
 |
Schneider Wibbel
von Hans Müller-Schlösser
1812 sind alle Vorbereitungen
für den feierlichen Empfang Napoleons in Düsseldorf getroffen. Der
durchquert die Stadt aber eilig in einer schnellen Kutsche, so dass
die Bürger verärgert sind. Schneidermeister Anton Wibbel betrinkt
sich des Abends in einem Lokal und schimpft maßlos über Napoleon und
seine Truppen, was er schließlich mit vier Wochen Gefängnis sühnen
soll. Wibbels Frau Fin hat die Idee, Wibbel durch den
Schneidergesellen Peter Zimpel im Gefängis vertreten zu lassen. Der
tritt die Strafe an, während sich Wibbel fortan versteckt hält.
Plötzlich erhält man die Nachricht, dass Peter Zimpel im Gefängnis
verstorben ist. Nachdem dieser als Anton Wibbel beerdigt wurde, hält
es dieser nicht länger in seinem Versteck aus. Er verändert sein
Äußeres und heiratet als sein Bruder Jean-Babtiste seine Frau
erneut. Als Peter Zimpels Bruder Hein auftaucht, glaubt man ihnen
die Erklärung nicht und verhaftet die Wibbels als Mörder...
(Jan-Eric Loebe)
|
 |
Heinrich Spoerl
Heinrich Spoerl, 1887 in Düsseldorf geboren, war zunächst
Jurist. Sein Roman "Der Maulkorb", in dem er humorvoll deutschen
Kleinstadtmief und institutionalisiertes Preußentum karikiert,
erschien 1936 und war auch als Film erfolgreich. Bekannt wurde
er vor allem mit der "Feuerzangenbowle". Heinrich Spoerl starb
am 25. August 1955 im Alter von 68 Jahren in Rottach-Egern.
|

|
Die Feuerzangenbowle
von Heinrich Spoerl
"Pfeiffer - mit drei eff um's ei"
Es geht um den
jungen Schriftsteller Johannes Pfeiffer, der von einem privaten
Lehrer erzogen wurde und daher die Freuden des Schülerlebens nie
aus eigener Anschauung kennenlernte. „Der arme Pfeiffer", sagen
die älteren Herren bei einer Feuerzangenbowle, bei der man
gerührt und amüsiert Erinnerungen an Schülerstreiche austauscht,
„er hat den besten Teil seiner Jugend verpaßt." So faßt man den
Entschluß, ihn als Pennäler in die Oberprima eines
Kleinstadtgymnasiums einzuschleusen. Hier darf er in steter
Auseinandersetzung mit kauzig-komischen Lehrern seinen
Nachholbedarf an Streichen, an Pennälervergnügungen und an
komischen Imitationen befriedigen. Der unzeitgemäße Klassenclown
bekommt am Ende, zur Belohnung für die Rückkehr in die
Wirklichkeit, noch die Tochter des Direktors zur Braut.
|

|
Paul Henckels
*09.09.1885 Hürth
; †27.05.1967
Kettwig (Ruhr)
Er nimmt privaten Schauspielunterricht,
beginnt als Volontär am Krefelder Stadttheater. 1905-07 ist er
Schüler Louise Dumonts an der Hochschule für Bühnenkunst am
Schauspielhaus Düsseldorf: "Ohne äußere Mittel, kümmerliche
Erscheinung, dabei viel innere Gestaltungskraft, unendlichen
Fleiß und Liebe zur Kunst." (Dumont).
Zum großen Erfolg wird die Titelrolle in "Schneider Wibbel" (UA:
13.7.1913) von Hans Müller-Schlösser. Er arbeitet auch als
Regisseur und Leiter eines Seminars für Mimik und Gestik (zu
dessen Schülern u.a. Gustaf Gründgens gehört) und ist 1919/20
neben Fritz Holl Direktor des Düsseldorfer Schauspielhauses.
In vielen Filmen brillierte Paul Henckels mit seinem rheinischen
Humor und überzeugte in Rollen als schrullige oder eigensinnige
Typen.
Als
Professor Bömmel in der Feuerzangenbowle:
“Wo simmer denn dran?
Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also wat is en
Dampfmaschin? Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so:
En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten
und vorne e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat
andere Loch, dat krieje mer später.“
|
 |
|
|
|
|
|